Welche Shopsysteme gibt es?

Januar 2022 - Jeder, der seine Produkte online verkaufen möchte, benötigt einen Online-Shop. Besonders für Anfänger oder Erstgründer stellt sich die Frage, wie ein Online-Shop schnell und einfach erstellt werden kann. In diesem Artikel stellen wir verschiedene Online-Shop-Systeme vor und gehen auf ihre Vor-und Nachteile ein.

Was ist ein Shopsystem?

Bei einem Shopsystem handelt es sich um eine Software, die es möglich macht, Produkte und Dienstleistungen online zu verkaufen. Ziel ist es, mit dem System ein Einkaufserlebnis zu gestalten, das einen Besucher zum Kunden werden lässt. Anders als bei Amazon oder eBay werden Shopsysteme von einem Händler oder einem Unternehmen betrieben und sind eigenständige Seiten, die das entsprechende Unternehmen präsentieren.

Funktionen, die zum Shopsystem gehören:

  • eine SSL-Verschlüsselung, um Sicherheit zu gewährleisten
  • DSGVO-Konformität, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu erfüllen
  • ein übersichtliches und verständliches Backend
  • Schnittstellen für das Anbieten von verschiedenen Bezahlarten, gegebenenfalls die Einbindung eines Warenwirtschaftssystems sowie die Verknüpfung zu entsprechenden Versanddienstleistern 
  • gegebenenfalls einen Drag-and-Drop Editor, der das Erstellen des Webshops einfacher macht
  • die Möglichkeit, den Online-Shop an verschiedene Endgeräte anzupassen (responsives Design)
  • ein Dashboard, welches Umsatz, Bestellungen und Produkte übersichtlich darstellt 
  • eine Buchhaltungsfunktion, die z.B. automatisch Rechnungen erstellt
  • einen Support, der bei Problemen zur Verfügung steht
  • Domain-Hosting und E-Mail-Accounts beim jeweiligen Online-Shop-Anbieter
Meist genutzte Shopsoftware

Wer ist der Marktführer? Welches Shopsystem wird aktuell von den meisten Onlineshops in Deutschland genutzt? Die Studie, die das renommierte Marktforschungunternehmen Statista dazu erhoben hat (Link), liefert interessante Informationen dazu (befragt wurden die Top 500 Online-Shops nach Nettoumsatz im Jahr 2020). Es spricht natürlich für ein Shopsystem, wenn bereits viele Unternehmen auf einen Dienstleister setzen. Doch nur, weil ein Shopsystem besonders häufig genutzt wird, muss es noch lange nicht das richtige Tool für Ihr Geschäftsmodell, Unternehmensgröße oder Ihre Prozesse sein.

Worin unterscheiden sich die Shoplösungen?

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen an sein Shopsystem. Daher sollte vorab klar sein, welche Funktionen und welchen Service das System unbedingt beinhalten sollte.

Bei einem SaaS (Software as a Service)-Shopsystem handelt es sich um ein cloudbasiertes Shopsystem. Das System eignet sich insbesondere für Einsteiger, da es keine speziellen Programmierkenntnisse erfordert und somit eine unkomplizierte Einrichtung und Gestaltung des Shops möglich ist. Häufig gibt es in dem System auch einen Drag-and-Drop-Editor, der den Umgang noch einfacher macht. Für Saas-Lösungen zahlt man jährlich, monatlich oder on demand. Diese Art von Shopsystem ist sowohl für Einzelunternehmer als auch für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet.

Für kleine Unternehmen eignen sich vor allem Shopsysteme wie Salesforce Cloud oder Jimdo. Für mittelständische und große Unternehmen eignen sich besonders Shopsysteme wie Shopify oder Shopware.

Eine E-Commerce-Komplettlösung kennzeichnet sich durch den Erwerb einer Lizenz für die Software. Diese Lösung lässt sich dann individuell an das Unternehmen anpassen und wird vom Kunden selbst gehostet. Eine andere Bezeichnung für das System ist „On-Premise”. Im Vergleich zu anderen Shopsystemen fallen hier hohe Kosten an. Es eignet sich daher für große Unternehmen, die das entsprechende Budget zur Verfügung haben. Zudem benötigt das Unternehmen oftmals die Hilfe einer Agentur für die Einrichtung des Shops.

Die Open-Source-Shopsysteme lassen sich auf die individuellen Bedürfnisse anpassen und können auf dem eigenen Server gehostet werden. Diese Shops bieten sehr viele Features und sind ein guter Einstieg in die professionelle E-Commerce-Welt. In der Regel sind diese Systeme kostenlos und bieten jede Menge Flexibilität, wenn es um die Gestaltung geht. Hier ist allerdings viel technisches Wissen gefragt, da auch auf den Quellcode zugegriffen wird. Einige Anbieter bieten demnach auch eine kostenpflichtige Version mit einem Support und zusätzlichen Funktionen an.

Für kleine Unternehmen eignen sich vor allem Shopsysteme wie WIX oder OpenCart. Für mittelständische und große Unternehmen eignen sich Shopsysteme wie WooCommercePrestaShop oder Magento ganz besonders gut.

Eine weitere Lösung stellen CMS-Erweiterungen dar. Dabei handelt es sich um sogenannte Content-Management-Systeme (CMS) wie beispielsweise WordPress, bei denen es mittels Plug-Ins möglich ist, einen Online-Shop zu erstellen. Inwieweit sich dabei der Shop nach den eigenen Vorstellungen anpassen lässt, ist von Plug-In zu Plug-In unterschiedlich.

Zu den Shopsystemen mit CMS-Erweiterung gehören z. B. WordPress und WooCommerce.

Die verschiedenen Shopsysteme

Als bestimmende Größen auf dem deutschen Markt haben sich folgende Shopsysteme bewährt (für weitere Informationen einfach auf das jeweilige Shoplogo klicken):

Was muss das Shopsystem können?

Um im E-Commerce erfolgreich zu sein und seinen Kunden das bestmögliche Einkaufserlebnis bieten zu können, kommt es auf unterschiedliche Funktionen und Merkmale des Shops an. Demnach sind bei dem Shopsystem folgende Punkte entscheidend:

1. Einfache Bedienbarkeit für den Kunden

Das Wichtigste bei einem Online-Shop ist die Usability, d.h. eine einfache Bedienbarkeit für den Nutzer, eine übersichtliche Darstellung der Produkte und eine verständliche Navigation auf der Webseite. Hat der potenzielle Kunde Schwierigkeiten sich auf der Seite zurechtzufinden, kann der Shop noch so viele praktische Funktion und ein ansprechendes Design haben – mit diesem System werden wahrscheinlich keine hohen Umsätze erzielt.

2. Filtersysteme und Suchfunktionen

Je nach Größe des Online-Shops und einer wachsenden Anzahl an Produkten sind ein Filtersystem und eine Suchfunktion empfehlenswert, da es ansonsten für den Nutzer schwierig werden kann, das gewünschte Produkt zu finden. Die meisten Shopsysteme verfügen über solch eine Funktion, jedoch unterscheiden sie sich stark voneinander und sollten vor dem Kauf unbedingt getestet werden.

3. Verschiedene Bezahlarten

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schnittstelle zu verschiedenen Bezahlsystemen. Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass alle wichtigen Zahlungsmethoden integriert werden können. Ob Vorkasse, Lastschrift, PayPal, Kauf auf Rechnung oder das Zahlen mit der Kreditkarte – mit einem breiten Angebot an Zahlungsmöglichkeiten erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher auch zum Kunden wird.

4. Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen

Fast genauso wichtig wie die Integration eines Bezahlsystems ist auch die Schnittstelle zu einem Warenwirtschaftssystem (WWS). Denn kaum etwas ist ärgerlicher für den Kunden als eine Bestellung aufzugeben, die nicht geliefert werden kann. Hier empfiehlt es sich ebenfalls, das gewählte Shopsystem mit der Anbindung zum Warenwirtschaftssystem zu testen.

5. Multichannel-Funktionen

Wenn neben dem stationären Geschäft auch ein Online-Shop betrieben werden soll, ist es ratsam, ein Shopsystem zu wählen, welches Multichannel-Funktionen anbietet. Durch diese Funktionen ist es nämlich möglich, im Online-Shop eine Abholung der Produkte vor Ort anzubieten. Nicht jedes Shopsystem unterstützt die Multichannel-Möglichkeit, daher sollte sichergestellt werden, dass entsprechende Plug-Ins installiert werden können.

6. Marketing-Funktionen

Bei der Auswahl des Shopsystems sollte auch auf entsprechende Marketing-Features geachtet werden, um die Vermarktung der Produkte unterstützen zu können. Dazu gehören unter anderem die Möglichkeit, Gutschein-Codes erstellen zu lassen sowie die Verfügbarkeit von Schnittstellen zu Preis- und Produktsuchmaschinen wie Google-Shopping.

7. Rechtliche Rahmenbedingungen

In Deutschland gibt es hohe gesetzliche Anforderungen, die für die verschiedenen Shopsysteme verbindlich sind. Bei einer Nichteinhaltung kann es demnach zu Abmahnungen und Wettbewerbsverstößen kommen. Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen gehören:

  • eine Preisangabe mit der entsprechenden Mehrwertsteuer 
  • die Aufforderung an den Käufer, das Widerrufsrecht und die AGB aktiv zu bestätigen
  • ein vollständiges Impressum sowie eine Datenschutzerklärung (DSGVO-konform) auf der Webseite 
8. Die Kosten für Einrichtung und Wartung

Neben Kosten, die für das System selbst und entsprechende Zusatzfunktionen anfallen, sind die Ausgaben für die Pflege zu berücksichtigen. Je nachdem, ob eine Agentur die Verwaltung des Online-Shops übernimmt oder man sich selbst darum kümmert – dieser Betrag sollte fest eingeplant werden. Denn spätestens nach dem Launch des Online-Shops sind eine permanente Pflege und Optimierung unverzichtbar.

Über Jan Eric Bollig

Jan Eric Bollig

Jan Eric Bollig ist Head of Marketing & Communication und kümmert sich mit seinem Team um alle Kommunikationsthemen.

DETAILS