Kartenzahlung in der Apotheke – Das sollten Sie wissen

Juli 2022 - Viele Menschen empfinden Bargeld als unhygienisch, weil sich darauf Viren und Bakterien befinden können, die beim Bezahlen weitergereicht werden. Kartenzahlung ist daher nicht umsonst eine immer beliebter werdende Zahlungsmethode in Deutschland. Und da gerade Apotheken meist von gesundheitlich angeschlagenen Personen aufgesucht werden, kann die bargeldlose Zahlung hier das potenzielle Risiko einer Übertragung von Viren deutlich mindern.

Aber es gibt noch weitere Punkte, die für die kontaktlose Zahlung mit der Karte sprechen. So ist die Bezahlung mit Karte bequem, unkompliziert und kann jederzeit verwendet werden – ohne dass Kunden zuvor extra noch eine Bank aufsuchen oder Bargeld mit sich herumtragen müssen. Kartenzahlung anzubieten, bedeutet daher auch: Deutlich mehr Service-Leistung und Kundenzufriedenheit. Insbesondere für die Apotheken bringt das bargeldlose Bezahlen viele Vorteile mit sich.

Vorteile der Kartenzahlung in einer Apotheke

Die Bedienung eines modernen Kartenlesegeräts ist sehr simpel, schnell und intuitiv erlernt. Apotheker erhalten das Gerät vorkonfiguriert per Post und können es telefonisch in wenigen Minuten freischalten. Die Transaktion von Zahlungen kann ebenfalls schnell durch einen Mitarbeiter durchgeführt werden: Betrag eintippen, Karte einstecken oder anhalten, evtl. Pin eingeben, fertig.

Durch die Kartenzahlung wird der Zahlungsvorgang in der Apotheke beschleunigt. Denn der Kunde zahlt direkt passend und der Verkäufer muss sich nicht um das Wechselgeld und das Einsortieren in der Kasse kümmern. So verringert sich die Wartezeit für die Kunden und die Service-Qualität steigt. Durch kontaktloses Bezahlen erfolgt die Transaktion damit noch schneller und effizienter.

Wenn Apotheker ihren Kunden Kartenzahlung als Zahlungsoption anbieten und sie selbst entscheiden lassen, wie sie bezahlen möchten, bieten sie einen zusätzlichen Kundenservice, der sich langfristig auszahlt. Denn durch den Einsatz elektronischer Zahlungssysteme können sich Apotheker als zeitgemäßes, digitales und zukunftsorientiertes Unternehmen präsentieren. Den Kunden wird das Einkaufen erleichtert und das Shopping-Erlebnis somit deutlich verbessert.

Kartenzahlung erhöht außerdem die Wettbewerbsfähigkeit, da Kunden lieber zur Konkurrenz gehen, falls sie in einer Apotheke nicht die Möglichkeit haben sollten, bargeldlos zu bezahlen.

Da Apotheker beim Verkauf von bestimmten Medikamenten nur sehr geringe Margen erhalten, hadern viele mit der Einführung von Kartenzahlung. Denn sie wollen verhindern, dass die Transaktionskosten ihre Marge weiter verringern. Jedoch gibt es Zahlungsanbieter, die günstige Konditionen für die Abwicklung von EC- und Kreditkarten speziell für Apotheken gewähren. So lassen sich die Kosten mindern und die Marge erhöhen. 

Bargeldzahlung – Nachteile und „versteckte“ Kosten

Wenn Bargeld die alleinige Zahlungsmethode darstellt, erhöht sich für Apotheker das Risiko, unwissentlich Falschgeld zu erhalten. Ohne das Angebot des bargeldlosen Bezahlens befindet sich ebenfalls mehr Bargeld in der Kasse, was bei Raubüberfällen oder Unterschlagungen von Nachteil sein kann.

Zudem werden die tatsächlichen Kosten bei Bargeldzahlung oftmals nicht wahrgenommen, weil sie versteckter sind als die Kosten bei Kartenzahlung. Die größten Kostenpunkte stellen dabei die Geldbeschaffung, die Geldabwicklung sowie der Transport und die Sicherung von Bargeld dar. Apotheker müssen jeden Tag bei der Bank Wechselgeld beschaffen, wodurch tagtäglich Gebühren, Zeit- und Personalkosten entstehen. Außerdem muss das Bargeld nach Geschäftsschluss gezählt, sortiert und eine Abrechnung erstellt werden, was wiederum zu höheren Personalkosten führt. Des Weiteren muss das Bargeld gesichert aufbewahrt und zur Bank gebracht werden, wodurch weiterer Personalaufwand und zusätzliche Gebühren bei der Bank entstehen.

Wenn Banken und Kreditinstitute in der Umgebung ihren Standort schließen sollten, erhöhen sich die Kosten für die Beschaffung von Wechselgeld und den Transport von Bargeld, da weiter entfernte Strecken zurückgelegt werden müssen.

Kartenzahlung in der Apotheke: So funktioniert˙s

Für das bargeldlose Bezahlen in der Apotheke wird in erster Linie ein Kartenlesegerät benötigt. Zwischen den folgenden Terminals können Apotheker wählen:

Stationäre Terminals

Stationäre Kartenterminals sind die günstigste Variante. Sie werden fest an einem Ort installiert und werden per Kabel mit Strom versorgt sowie mit dem Kassensystem verbunden. Diese Terminals bieten sich vor allem für Filialen an, die einen festen Kassenplatz besitzen.

Mobile Terminals

Das mobile Kartenterminal wird über WLAN interaktiv mit der Kasse verbunden. Es wird ganz einfach auf der Ladeschale aufbewahrt und kann ortsungebunden an jedem Platz in der Apotheke Kartenzahlungen annehmen. Der Vorteil ist, dass das mobile Kartenlesegerät an zwei oder mehreren Kassenplätzen benutzt werden kann.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme der Kartenterminals erfolgt auf eine denkbar einfache Weise: Der Anbieter konfiguriert die Kartenlesegeräte und schickt diese per Post an die jeweilige Apotheke. In der Apotheke müssen die Terminals dann lediglich mit dem Strom und dem Internet verbunden werden.

Vertrag und Abrechnung

Das Kartenterminal erhalten Apotheker immer in Verbindung mit einem Vertrag zur Abrechnung von EC-Kartenzahlungen. EC-/Girocard-Kartenzahlungen sind die günstigste Variante, um Kartenzahlungen zu akzeptieren. Allerdings gibt es dieses System bislang nur in Deutschland. Kunden aus dem Ausland können nur dann bezahlen, wenn das Terminal Kreditkarten akzeptiert. Aber auch in Deutschland wird das Bezahlen mit Kreditkarte immer beliebter. Deshalb sollten Apotheker ihr Kartenlesegerät mindestens für die beiden größten Kartenorganisationen bzw. Anbieter VISA und Mastercard freischalten lassen. Diese beiden Optionen werden vom Anbieter meist kostenlos angeboten. 

Mobile-Payment

Auch das bargeldlose Bezahlen mit dem Smartphone und der Smartwatch (Mobile-Payment) nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Für die Freischaltung der am weitesten verbreiteten Mobile-Payment Anbieter Apple Pay und Google Pay, muss das Kartenlesegerät über NFC-Funktionalität verfügen.

Kosten der Kartenzahlung

Die Kosten für die Kartenzahlungen haben wir hier übersichtlich aufgeschlüsselt:

Monatliche Fixkosten:
Mietkosten für das EC Terminal
(abhängig von der Mietlaufzeit und dem Terminal-Typ)
6,99 bis 12,99 EUR/Monat
Servicegebühr (für die Notfall-Hotline, den kostenlosen Austausch defekter Geräte, technische Unterstützung) 5-10 EUR/Monat
Variable Kosten:
EC-Karten Gebühr (je nach Anbieter) 0,2 bis 0,3 Prozent des Umsatzes
Kreditkarten Gebühr (je nach Anbieter) 1 bis 3 Prozent des Umsatzes
Kosten für die Transaktion (ein fester Betrag, der je Transaktion anfällt) 0,07 bis 0,12 EUR/Transaktion
Kartenzahlung anbieten - worauf sollten Apotheken achten?

Apotheker sollten sich mit den AGBs und Preislisten der Kartenterminal-Anbieter genau auseinandersetzen und nicht auf „Lockangebote“ für günstige Terminal-Mietkosten reinfallen. Denn diese sind meistens mit versteckten Kosten oder an lange Vertragslaufzeiten verbunden. Deshalb sollten sich Apotheker nur an seriöse Anbieter wenden und alle Kosten sorgfältig vergleichen. Ebenso sollten Service und Flexibilität des Anbieters berücksichtigt werden. Sie sollten sich zunächst ausführlich über die Terminals beraten lassen und anhand dessen die Kompetenz und Seriosität bewerten.

Fazit & Prognose

Das bargeldlose Zahlen setzt sich im stationären Handel mehr und mehr durch. Immer mehr Kunden sehen eine schnelle und kontaktlose Zahlung als selbstverständlichen Service an. Dass die bargeldlosen Bezahlverfahren in Deutschland zunehmend beliebter werden, ist wohl ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird. Dies liegt unter anderem daran, dass neue Technologien, wie das Mobile-Payment - das Zahlen per Smartphone oder Smartwatch - und das kontaktlose Bezahlen den Bezahlvorgang noch einfacher gestalten und bargeldloses Zahlen attraktiver wird.

FAQs

Die häufigsten Fragen rund um bargeldlose Bezahlung in der Apotheke haben wir hier für Sie aufgelistet. Sie haben noch weitere Fragen? Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Über Jan Eric Bollig

Jan Eric Bollig

Jan Eric Bollig ist Head of Marketing & Communication und kümmert sich mit seinem Team um alle Kommunikationsthemen.

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